Zu mir soll es auch einige Infos geben, denn ich finde es schon wichtig, dass Sie eine Ahnung bekommen, mit wem Sie es zu tun bekommen, wenn Sie sich für einen Welpen aus unserem Hause interessieren.

Begonnen hat meine Hunde-Laufbahn mit Pudeln. Als ich noch sehr klein war, besaßen meine Eltern einen Mittelpudel in schwarz – Cosy. Cosy war außerordentlich ernsthaft, wenn es um uns, die Kinder, ging – ich als Kleinste hatte bei ihr einen besonderen Platz und sie bei mir auch… es war furchtbar als sie uns verließ.

Nur kurz danach zog ein kleines schwarzes Fellknäul bei uns ein, ein grauer Zwergpudel. Ich war damals noch keine zehn Jahre alt und so wuchsen wir zusammen weiter auf. Swinda wurde dann von mir für allen möglichen Unsinn „mißbraucht“. Sie wurde mein erstes Versuchsobjekt in Sachen Hundeerziehung und im allerweitesten Sinne sogar Agility – wenn man einen im Wohnzimmer aufgebauten Parcours mit Besenstielen und einem Hullahupp-Reifen als Parcours zählen kann. Und die Rolle am Ende einstudiert, macht heute keiner meiner Hunde nach einem Lauf.

Swinda war also niedlich und lernte schnell, aber sie war ja nicht wirklich MEIN Hund. Als ich mit 12 Jahren intensiv in die Reiterei einstieg, liefen mir natürlich ständig Hunde über den Weg, Weimaraner, DD, Foxhounds und Jackies – die mit den kurzen Beinen und sie waren mir sympathisch.

Immer ein bisschen aufgestellt, schienen sie ordentlich Temperament mit zu bringen, auch die Größe gefiel mir gut und niedlich sahen sie ja sowieso aus. Aber, oft kommt es ja anders. Durch verschiedene Umstände hatte ich ein halbes Jahr eine phantastische Rauhaardackelhündin in Pflege – Aika. Sie war ein unglaubliches Powerpaket, mutig, mit ordentlich Jagdtrieb ausgestattet, lief sie häufig bei Ausritten mit und Ratten, die ihr im Stall begegneten und nicht schnell genug die Flucht ergriffen, hatten keine Chance. Ich mochte sie wahnsinnig gern, mußte sie aber an ihr Herrchen zurückgeben. Damals war ich Anfang 20 und der Wunsch nach einem Hund war endgültig da. Ich wollte wieder so eine Aika.

Kurz darauf zog eine kleine dunkelbraune Fellnase bei mir ein: Laska! Eine DTK-Hündin, acht Wochen alt und einfach zum Klauen süß. Laska wuchs zu einer bildschönen Dame heran, die mich in allen Lebenslagen begleitete, vollkommen auf mich fixiert war und Dinge konnte und tat, die ich auch heute noch erstaunlich finde. Durch einen Studienkollegen angeregt, dessen Mutter eine Langhaardackelhündin auch auf Ausstellungen vorführte, zeigte ich meine Maus und erhielt auf Anhieb ein „Vorzüglich“  und wie es dann so ist, entstand der Wunsch nach Welpen aus dieser bezaubernden Hündin. Ein Zwinger wurde im DTK angemeldet „vom Zirkelpunkt“ – in Anlehnung an meine Reiterei – und tatsächlich erblickten dann vier Zwerge das Licht der Welt. Zwei Mädels und zwei Jungs – Aika, Aiva, Athos und Anno.Christiane-Jantz

Irgendwann, Jahre später, verließ mich die heißgeliebte Maus und es folgte eine lange Zeit ohne Tiere – keine Hunde, Pferde und Katzen. Denn Katzen gab es auch mehr als eine bei mir. Aber, mit meinem Umzug nach Berlin, begann auch eine neue Zeitrechnung: Erst kam ein kleiner, grauer Tiger aus dem Tierheim zu mir: Easy. Und vier Jahre später: Endlich wieder ein Hund. Hazel!

So dass wir jetzt mittlerweile fast in der Gegenwart angekommen sind. Easy hat uns 2005, Hazel 2015 verlassen. Ich bin über den Verlust von Hazel bis heute untröstlich, sie war eine ganz besondere Hündin.

Nie hatte ich daran gedacht, dass sich meine Hundelaufbahn so entwickeln würde. Die Bezeichnung „hundeblöd“, wie sie von dem Mann meiner guten Freundin Christine immer wieder „liebevoll“ eingesetzt wird, passt wohl auch für mich. Aber ohne Hazel wäre es nie so weit gekommen. Egal, ob es um die Rasse des Parson, seiner Zucht oder den Hundesport geht, für all´ das hat Hazeline den Grundstein gelegt. Hundesportlich war sie die Initialzündung – auch, wenn ich diesem Hund in seinem Leistungsvermögen nicht ganz gerecht werden konnte, weil sie mein erster Hund im Agi war, ich noch so viel lernen mußte und das mit so einem Turbo an meiner Seite. Heute habe ich acht Hunde zur Begleithundeprüfung geführt und fünf Hunde in die A3. Samu, mein jüngster Sproß, startet ja erst seit ein paar Wochen, er ist in der A1.

Hazel entwickelte sich so grandios, dass ich doch wieder die Idee des Züchtens ins Auge faßte. Wir absolvierten alle Prüfungen, ZZL und als wir dann zu unserer letzten Gesundheitsuntersuchung antraten, Hazel stand kurz vor ihrem fünften Geburtstag, kam für unsere Pläne das Aus. Katarakt auf dem linken Auge. Ich war am Boden zerstört, denn diese Hündin ist auch heute noch für mich das Non-Plus-Ultra vom Wesen, nervenstark, cool, sozial, ein Arbeitsterrier durch und durch. Aber, das Leben geht weiter, wir mußten umdenken und neu planen, sollten oder wollten wir doch noch mal Welpen bei den Stormy Wight´s begrüßen können.

Christiane-Jantz
Hazel nach bestandener Bauprüfung

2005 ist die kleine Coffee bei uns eingezogen, eine Glatthaar-Hündin aus dem Hause Grenzsägmühle. Alte Barsetta-Linien gepaart mit Foxwarren und einigen anderen bekannten Hunden. Coffee entwickelte sich prächtig, aus ihr wurde eine überaus korrekte, kleine Glatthaar-Hündin, vom Wesen eher unkompliziert, Dikussionen, wie mit Hazel, gab es bei ihr nicht. Sie war und ist von Anfang an viel menschenbezogener gewesen, sensibler und immer darauf bedacht, alles richtig zu machen.

Auch mit Coffee absolvierten wir alle Prüfungen, diesmal aber mit durchgängig gutem Ergebnis, so dass Coffee die Stammmutter der Stormy Wight´s wurde. 2019 verließ diese großartige Hündin uns, ich wollte sie nicht gehen lassen, aber ihre Zeit war gekommen.

Unsere züchterische Laufbahn kann man bisher wohl eher als klein aber fein bezeichnen. Wir haben in bislang 13 Jahren sechs Würfe mit insgesamt 20 Welpen großgezogen, wir sind jetzt also beim Buchstaben F angekommen, in der Zeit haben andere das Alphabet schon durch. Wir sind sehr stolz darauf, dass unsere Hunde (egal, ob unsere oder die, die bei anderen Menschen leben) sich äußerst lernfähig, schnell und triebstark zeigen.

Aber, nicht nur das gehört zu meinem Leben rund um den Parson Russell Terrier. Schon seit Jahren beschäftigt mich so vieles rund um die Rasse, egal, ob Zucht, die Entwicklung der Optik oder des Wesens, die Arbeit mit ihnen undundund. Dies ist ganz selbstverständlich entstanden, Gespräche mit anderen Interessierten oder Fachleuten, Hundesportlern oder Welpeninteressenten, alle diese Menschen forderten mich indirekt auf, mich intensiver mit der Rasse und ihrer Entwicklung zu beschäftigen. So entstand vor vielen Jahren, ich glaube so an die 17 oder 18, die Informationsseite russell-info.de. Diese betreibe ich bis heute und dient immer noch als Nachschlagewerk für interessierte Menschen, die sich überlegen einen PRT anzuschaffen.

2012 erhielt ich vom Cadmos Verlag die Anfrage ein neues Standardwerk über den Parson Russell Terrier zu schreiben. Mit all´ meinem Wissen und viel Unterstützung meiner Familie und Freunden, erschien im Oktober 2013 das neue Buch zur Rasse. Wer Interesse hat, kann sich unter dem Link: Parson Russell Terrier – Große Hunde in kleinem Körper weiter informieren und auch einen Blick in´s Buch werfen.

Ich selber würde über mich sagen, dass ich mein Hauptaugenmerk stark auf die Arbeit mit meinen Hunden lege. Ich liebe das Gefühl mit ihnen ein Team zu werden. Nach den vielen Jahren im Agility-Zirkus ist mein persönlicher Ehrgeiz aber nicht mehr so ausgeprägt, sondern oftmals sind die Trainingseinheiten für mich besonders wichtig und die Turniere das I-Tüpfelchen.

Die Zucht steht nicht im Vordergrund bei mir, d.h. aber nicht, dass wir nicht äußerst akribisch damit umgehen – von der Vorbereitung, Planung und allem, was dazu gehört. Sie bereichert uns, ja, aber sie ist nur ein Teil des Zusammenlebens mit unseren Hunden. Wenn wir das Gefühl haben, dass die Hündin soweit ist, dann überlegen wir, ob es Sinn macht, sie in die Zucht zu nehmen. Oftmals sind unsere Hündinnen zwischen drei und vier Jahre alt, wenn es soweit ist. Die Zucht hat auch immer so viel mit Verantwortung für die Hündin und die Welpen zu tun, dass wir hier nicht darüber hinweg schauen können. Jede Verpaarung geht für mich mit Hoffen und Bangen einher, genauso verhält es sich, wenn Dee deckt. Wir können vieles planen, aber eben doch nicht alles. Deswegen gibt es bei uns eher selten Welpen, weil wir immer auch gerne etwas für uns behalten wollen, wenn es zu uns und unserem Rudel paßt. Reine Verkaufswürfe gibt es bei uns nicht.

Das war, in vielen Worten, meine Entwicklung von einem etwas tierverliebten Kid zu einer hundeblöden Tusse, smile, für alle geschrieben, die es noch nicht wußten… Und ohne Roger, der mich in allen Punkten unterstützt, bei den Welpen schläft, bei der Geburt hilft, sich um Mama und Kinder genauso intensiv kümmert wie ich, wäre das hier alles nicht möglich.